Gemeinde Rödelsee

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Blinde; Hilfen für Zivilblinde
Beschreibung

Blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen erhalten unabhängig von der Frage der Bedürftigkeit Blindengeld. Blind ist, wem das Augenlicht vollständig fehlt. Als Blinde gelten auch Personen, deren Sehschärfe auf keinem Auge und auch beidäugig nicht mehr als 1/50 beträgt, sowie Personen mit sonstigen Störungen des Sehvermögens von gleichem Schweregrad. Hochgradig sehbehindert ist, wer nicht blind ist und wessen Sehschärfe auf keinem Auge und auch beidäugig nicht mehr als 1/20 beträgt oder wer so schwere Störungen des Sehvermögens hat, dass diese einen Grad der Behinderung von 100 nach dem Sozialgesetzbuch IX bedingen. Vorübergehende Sehstörungen sind nicht zu berücksichtigen. Als vorübergehend gilt ein Zeitraum bis zu sechs Monaten.

Das volle Blindengeld beträgt seit 01.04.2004 85 v. H. der Blindenhilfe nach dem Sozialgesetzbuch XII (651 € monatlich, Stand: 01.07.2020). Seit 01.01.2013 erhalten taubblinde Menschen ein verdoppeltes Blindengeld (1.302 € monatlich, Stand: 01.07.2020).

Zum 01.01.2018 wurde das Sehbehindertengeld eingeführt. Hochgradig sehbehinderte Menschen erhalten einen monatlichen Betrag in Höhe von 195,30 € (Stand: 01.07.2020), hochgradig sehbehinderte Menschen, die zugleich taub sind, erhalten 390,60 € monatlich (Stand: 01.07.2020).

Die Beträge werden entsprechend der von der Sozialhilfe geleisteten Blindenhilfe regelmäßig angepasst.

Bei Unterbringung in einem Heim oder einer gleichartigen Einrichtung wird das Blindengeld zu einem gewissen Anteil, gekürzt. wenn die Aufenthaltskosten ganz oder teilweise aus öffentlichen Mitteln übernommen werden. Das Blindengeld wird dann um diesen Unterstützungsbetrag gekürzt, jedoch maximal um die Hälfte.

Leistungen aus der Pflegeversicherung sowie Leistungen, die für blindheitsbedingte Mehraufwendungen gezahlt werden, sind auf das Blindengeld zu einem gewissen Anteil anzurechnen.

Im Rahmen der Sozialhilfe oder der Kriegsopferfürsorge kann Blindenhilfe gezahlt werden. Die Blindenhilfe im Rahmen der Sozialhilfe oder der Kriegsopferfürsorge wird ab 01.07.2020 Blinden nach Vollendung des 18. Lebensjahres in Höhe eines Betrages von 765,43 €, den Blinden unter 18 Jahren in Höhe von 383,35 € gewährt. Der Betrag verändert sich jeweils um den Vomhundertsatz, um den sich der aktuelle Rentenwert in der gesetzlichen Rentenversicherung verändert. Dabei gilt die Einkommensgrenze des § 85 Sozialgesetzbuch XII (Grundbetrag in Höhe des Zweifachen der Regelbedarfsstufe 1 (siehe Lebensunterhalt, Hilfe zum) + 70 v. H. der Regelbedarfsstufe 1 für weitere Familienmitglieder + Kosten der Unterkunft in angemessenem Umfang). In der Kriegsopferfürsorge gilt eine günstigere Einkommensgrenze. Im Rahmen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderung (Behinderte Menschen, Hilfen für ) können auch die Kosten für einen Blindenführhund und für andere Hilfsmittel getragen werden, wenn kein anderer Kostenträger (z.B. gesetzliche Krankenversicherung) zuständig ist.

Die am 01.09.2006 in Kraft getretene Bayerische Verordnung zur Zugänglichmachung von Dokumenten für Blinde und sehbehinderte Menschen im Verwaltungsverfahren (BayDokZugV) regelt die Zugänglichmachung von Dokumenten für blinde, erblindete und sehbehinderte Menschen im Verwaltungsverfahren in einer für sie wahrnehmbaren Form. Den Berechtigten entstehen keine Kosten.

Siehe Barrierefreiheit für Menschen mit Sehbehinderung im Verwaltungsverfahren

Bayerisches Blindengeldgesetz; § 72 Sozialgesetzbuch XII; Bayerische Verordnung zur Zugänglichmachung von Dokumenten für blinde, erblindete und sehbehinderte Menschen im Verwaltungsverfahren (BayDokZugV)

Zentrum Bayern Familie und Soziales - Versorgungsamt, gesetzliche Krankenkassen, Sozialhilfeverwaltungen und Kriegsopferfürsorgestellen bei den Bezirken, Landkreisen und kreisfreien Städten, Zentrum Bayern Familie und Soziales - Hauptfürsorgestelle

Weitere Informationen zu den Verordnungen sind auf der Homepage des Bayerischen Sozialministeriums zu finden.

www.stmas.bayern.de/inklusion/gleichstellungsgesetz/index.php#sec7

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